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MAIN LABOR-Blog

Der digitale MAIN LABOR-Blog ist eine öffentliche Bühne für transkulturelle, lebendige Begegnungen und Kontroversen. Hier debattiert Jamal Tuschick mit jungen Autorinnen und Autoren über ihre Literatur und die Auswirkungen der neusten gesellschaftlichen Entwicklungen auf ihre Arbeit. Der Blog wird ständig aktualisiert. 

 

 

22.09.2018

Christa Ritter

Vielleicht ein Jahr, nachdem Merkel die frohe Botschaft verkündete und die Geflüchteten am Münchner Hauptbahnhof von ziemlich vielen Leuten fast begeistert begrüßt wurden, begann sich auf meiner FB-Timeline ein merkwürdig aggressiver Ton durchzusetzen. Weniger in den Posts, es waren eher die Kommentare. Links-Liberale Hetze begann, etwas Eiskaltes.
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22.09.2018

Eckart Britsch

Eckart Britsch in Kurz belichtet: "Blüh im Glanze" ist eine schmerzliche Erinnerung für mich, weil die im Band vertretene Cora Stephan mittlerweile zu den Rechten abgewandert ist. Neulich schrieb sie: "Wer die Rechten für eine größere Bedrohung als die Islamisten hält, der hat einen Knick in der Optik". Allein ziert sie sich, öffentlich für die Bagage einzutreten, denen sie seit Jahren die Argumente liefert. Da ja die AfD vor Steuergeldzuweisungen bald platzt, gibt es jede Menge unverdienter, hochbezahlter Jobs.
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22.09.2018

Manja Präkels

Der Alltag im brandenburgischen Landkreis des Romangeschehens ist vor allem verwandtschaftlich eingefasst und erscheint nach eigentümlichen Spielregeln ebenso vergattert wie ausschließend. Sind das Abgedrängte, Abgehängte, der Gesellschaft verloren Gegangene, die vor dem Fall der Mauer die Kindheit der Erzählerin prägen? Mimi wächst in einer weitgehend ungeschorenen Gegend an der Havel auf - in lange vor der DDR-Gründung festgefügten Verhältnissen – in einem Maximum an Zugehörigkeit sowie im Spiegel einer starken Freundschaft.
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22.09.2018

Mahmoud Juma

Wenn mir einer sagt: Ich gebe dir zwei Milliarden, geh zurück und komm noch mal nach Deutschland, so, wie du gekommen bist, dann sage ich nein.
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22.09.2018

Sineb El Masrar

Den schlechtesten Ruf der Welt haben muslimische Männer mit einem arabischen Herkunftsschatten. Sie werden wahrgenommen als die Unholde unserer Epoche. Sie repräsentieren eine Anti-Moderne, die sich auf einer Gegenschräge der Aufklärung in Stellung gebracht hat. Dem gediegenen Europäer dienen sie als Antagonisten. Gäbe es den Muslim Man nicht, müsste man ihn erfinden als den Anderen aka Gegner des abendländischen Fortschritts.
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21.09.2018

Kristina Milz - Todesursache: Flucht

Anja und ich haben uns kennengelernt, als sie auf der Suche nach jemandem war, der sich mit der Situation afrikanischer Geflüchteter in Israel beschäftigt hat. Als wir uns zum ersten Mal getroffen haben, in ihrer Wohnung in Berlin, redeten wir uns aus dem Nichts in einen Strudel.
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21.09.2018

Samuel Salzborn, Esther Schapira, Felix Klein

Wir erleben eine antisemitische Revolution. Die Kombattanten erscheinen wie Spukgestalten in der Geisterbahn. ... Die globale antisemitische Revolution ist anti-modern. Sie will eine neue Weltordnung auf der Grundlage eines autoritären Backlash schaffen. Eines ihrer Mittel ist die Spaltung von Gesellschaften. Gesellschaften spalten sich entlang ihrer Leitlinien, die das Unverzichtbare benennen.
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21.09.2018

Carina Pesch

Die beiden sitzen auf einer Bank im Park, nebeneinander, die Beine in 90- Grad-Stellung vor dem Körper, die Hände auf dem Schoß, ruhend. „Seine Narben“, antwortet das Gegenüber. Der kleine Mann mit Hut zuckt zusammen. Er hat bereits vergessen, überhaupt eine Frage gestellt zu haben. „Was bitte meinen Sie?“ fragt er. „Sie fragten nach meiner Meinung.“
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20.09.2018

Margarete Stokowski

Das maskuline Repertoire im Spektrum von Anmaßung und Übergriff schildert sich scheinbar selbständig als naturphänomenal. Tatsächlich ergeben sich die Apologien aus der Deutungshoheit. Der „weiße mittelalte heterosexuelle Mann“ ist das Subjekt der Welt. Er deutet sich selbst so wie alle anderen. Ihm eingeschrieben ist ein gigantischer Herabsetzungstext.
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20.09.2018

Yakuza

Keine Ahnung hat Nikola von diesem Typus eines Konsolidierungsexperten. Die in Tokio gestrandete Deutsche kennt nur das Berliner Graubrot des Offensichtlichen, die ungeschickten Manöver der Einfältigen, die nichts wissen (wollen) vom buddhistischen Gebirge des Seins. „Im Zen wird nichts beschönigt, nichts verklärt, nichts verleugnet, und für Angst gibt es keinen Platz.“
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18.09.2018

Todesursache Flucht

Zum Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember 2018 wollen wir die Liste der Toten (die belegten Fälle) in Buchform herausgeben. Zusammengestellt wurde die Liste von der Organisation UNITED for Intercultural Action in Amsterdam. Die meisten Toten sind ohne Namen verzeichnet. Überlebende haben uns einige Namen genannt, die wir einfügen.
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17.09.2018

Der Ayatollah von Bornheim

Murat wandert. Aus der geschlossenen Zone gelangt er in ein Labyrinth, wo die Hoffnung Kreppsohlen trägt. In dieser Gegend trifft Murat ab und zu einen Afghanen, der ihm die Hand küsst. Er trägt eine kunstvoll zurecht gekniffene Gemüsetüte als Hut. Unverdrossen redet er Leute in seiner Sprache an. Er versteht nicht, daß man ihn nicht versteht.
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16.09.2018

Sandra Gugic,Tobias Kammann, Karosh Taha, Arta Ramadani, Mac Czollek #Textlandfestival

In der ZEIT hieß es gestern: Feminismus muss wütend und breitbeinig auftreten. Man soll eine Bitch im positiven Sinne sein. Als Leitfaden empfohlen wird ein Buch mit dem agitierenden Titel: „Du hast es nicht verstanden, Ficker!“ „In politischen Debatten müssen mehr Tomaten fliegen, höfliche Worte haben ausgedient. Teilhabe muss radikal formuliert und eingefordert werden, auch im Alltag.“
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16.09.2018

Nather Henafe Alali #Textlandfestival

Es gab keinen mehr, mit dem sie das Grauen teilen konnte. Hayat war eine Fremde im eigenen Land geworden. Sie sehnte sich nach dem Tod und einer Tasse Kaffee in der Banalität eines friedlichen Alltags.
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16.09.2018

Dotschy Reinhardt, Abbas Khider #Textlandfestival

Hausherr in der Ev. Akademie und Gastgeber Christian Kaufmann sprach vom Verblöden einer Nation im Integrationstheater.
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15.09.2018

Sharon Dodua Otoo, Marjana Gaponenko, Max Czollek #Textlandfestival

„Es gibt zwei Lager von Schriftstellern: Jene, die sich ihre Konflikte in der Tagesschau aussuchen, und jene, die sich ihrer Gegenwart verweigern und ihrer Zeit voraus sind.“ Marjana Gaponenko
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15.09.2018

Armin Nassehi #Textlandfestival

Wie entstehen die Zumutungen identitären Redens und wie überwinden wir sie?
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14.09.2018

#Opasgegenrechts

Ein paar Tage später waren wir in einer Einrichtung der Falken, wo Feridun türkisch- und arabischstämmige Jugendliche genauso beeindruckte wie er das bürgerliche Literaturhauspublikum beeindruckt hatte. Damals wurde ein Wort von Lord Byron noch einmal wahr: I awoke one morning and found myself famous. Man begriff Feridun als Sprachrohr der zweiten Einwanderergeneration. Ich nannte ihn in der Frankfurter Rundschau „den Rudi Dutschke der Postmigration“.
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14.09.2018

Safiye, Sandra, Karoush, Jamal

Lange war Integration, unabhängig von den Voraussetzungen, der staatlich festgelegte Preis der Migration. Ist das absurd geworden in einer Gesellschaft, die sich an all ihren Stammtischen weigert, Einwanderung selbstverständlich zu finden, und die sich einen Innenminister leistet, der Pogrom-Aktivismus begrüßt und den braunen Mob mit dem Sattelschlepper seiner Sympathie in die Mitte der Gesellschaft holt? Darüber wollen wir reden.
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14.09.2018

Daniela Dröscher und Deniz Utlu

Da gab es diese Preisverleihung. Der Laudator vergriff sich im Register und machte einen Text nieder, für den Daniela Dröscher gerade geehrt wurde. Die Ratlosigkeit der Autorin endete, sobald sie den Ursprung des Ressentiments im Regelbruch entdeckt hatte. „Mein Preisredner lebt in einem Kaff und veröffentlicht in einem kleinen Verlag. Ich lebe in Berlin und veröffentliche in einem großen Verlag.“ Manchmal ist es so einfach.
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13.09.2018

Christa Ritter

Gestern Abend: Sechs Leute zwischen dreißig und vierzig treffen sich, ich als Ausnahme-Oma, nur die, die einlud und als Einzige alle kennt. Thema: AfD und diese ätzenden Rechten, diese dröhnenden Nazis. Warum? Schnell sind wir bei der Frage: Ob nicht hinter diesen hässlichen Posen der Provokation etwas anderes steckt. Weder Faschismus-Revival, noch Fremdenhass.
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13.09.2018

Mirko Lange

Wie ein bockiges, verhaltensauffälliges Kind macht er Stimmung gegen Migration, hält das Thema in den Schlagzeilen, und dabei fokussiert er nicht nur einzig und alleine auf die damit zusammenhängende Probleme, er bauscht sie auch noch auf. Dabei haben fast 20 Millionen Bürger in Deutschland einen Migrationshintergrund, und sie sind in den allermeisten Fällen eine Stütze der Gesellschaft und bereichern sie.
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13.09.2018

Nell Zink

Der Tod des Vaters macht Penny zur Erbin eines Hauses, in dem sich anarchistische Kettenraucher*innen eingenistet haben. Das Haus heißt so wie der Roman – Nikotin. Die Raucher*innen bilden eine Sozialgemeinschaft der Ausgestoßenen. Sie sind Abgesonderte einer aktivistischen Allianz, die eine Reihe von Häusern besetzt hält. Penny arrangiert sich mit den Besetzer*innen, die Rauchen als revolutionäre Tat begreifen. Sie legt sich zu Rob, sein „Schwanz bleibt formlos“.
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12.09.2018

Fundsache

Den Westdeutschen scheint nicht klar zu sein, dass in Ostdeutschland „zwei Generationenkohorten existieren, deren kollektive politische Erfahrung sich daraus speist, ein politisches System gestürzt ...
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12.09.2018

Walter Benjamin und Gershom Scholem

Scholems Hinwendung zur Religion nannte Weigel „eine Rebellion gegen das Elternhaus“. Scholems Vater habe seine Zigarre mit dem Licht einer Chanukka Kerze in Brand gesetzt. Der Sohn erlebt das als Sakrileg in forciertem Empfinden. Man setzte sich ab von den vitalen Vätern, die im Deutschen aufzugehen trachteten.
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11.09.2018

Jennifer Clement

Pearls Verhältnisse erzeugen lauter Oppositionen zu gut. Alles ist umgekippt vor lauter Dreck, auch ein zur Jauche verkommener Bach, der hochtrabend Fluss genannt wird. Einmal taucht ein siamesischer Zwillingsalligator auf, dem Ei kaum entschlüpft. Er wird abgeknallt.
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10.09.2018

Ibrahim Nasrallah

In einem namenlosen Land herrscht „die Festung“. Sie verfügte eine unbegrenzte Ausgangs- und Lichtsperre. Das Volk ist in den langen Nächten eine Gefangene der Dunkelheit. Der Besitz von Spiegeln ist verboten. Begründungen bleiben aus. Im Gespräch mit Stefan Weidner betonte Nasrallah die Bedeutung von Orwells „1984“ für seinen Pessimismus.
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09.09.2018

Die Migrationsfrage ist die Mutter aller Probleme

Es steht außer Frage, dass Sachsen eine Knacknuss mit Rechtsextremen hat. Peinlich in Chemnitz war die Tatsache, dass die gesamten Prominenz der bekannten Rassisten, Nazis und die rechte Propagandaabteilung einträchtig marschierten.
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09.09.2018

Max Czollek

Lange war Integration, unabhängig von den Voraussetzungen, der staatlich festgelegte Preis der Migration. Das war und bleibt absurd in einer Gesellschaft, die sich an all ihren Stammtischen weigert, Einwanderung selbstverständlich zu finden, und die sich einen Innenminister leistet, der Pogrom-Aktivismus begrüßt.
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08.09.2018

Ma Thida

Ma Thida stellte sich der Haft mit der Erwartung, im Gefängnis die Muse zu finden, ein Buch zu schreiben. Das erlaubte man ihr nicht. Bis zu ihrer Verhaftung hatte sie äußere Freiheit geringgeschätzt. In ihrer Zelle erkannte sie, dass sie ihre Freiheit überhaupt nicht aufgegeben konnte. Sie war dazu verurteilt, frei zu sein in Einzelhaft.
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08.09.2018

Charmaine Craig

Charmaine Craig sagt: „In Myanmar wird Assimilation systematisch erzwungen. Früher hackte man den Leuten die Hände ab, die mit Ritualgegenständen und anderen Dokumenten einer von der Staatsdoktrin abweichenden Kultur erwischt worden waren. Das nennt man „Burmesierung“.
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07.09.2018

Murathan Mungan

„In den verschlafenen Stunden der Erde geben die Wörter ihre Bedeutung preis.“ Mungan liest aus dem „Roman des Dichters“. Darin kreisen Empfängliche, die nach einem anatolischen Initiationsritus eingeweiht wurden, einen Baum ein, um sich den Frevel seiner bevorstehenden Abholzung vergeben zu lassen. In dem naturreligiös-animistischen Vorgang überlebt ...
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07.09.2018

Sie sind Chancensucher

Nach Ablauf des Praktikums werden sie in ihre Asylbaracken mit ein, zwei, drei Zimmergenossen zurückgeschickt. Da sie dort nichts zu tun haben, aber auch keine aufbauenden Sprachkurse absolvieren können, keine Fahrkarte mehr bekommen und auf das absolute Minimum gesetzt werden, werden sie apathisch, depressiv und sind verloren. Es ist sadistisch, erbarmungslos und pervers.
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06.09.2018

#metwo #metoo #unteilbar #wirsindmehr

#metwo #metoo #unteilbar #wirsindmehr #metwo #metoo #unteilbar #wirsindmehr #metwo #metoo #unteilbar #wirsindmehr #metwo #metoo #unteilbar #wirsindmehr
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06.09.2018

Eckart Britsch

Kein anderes Land in der Geschichte auf der Welt hat in so kurzer Zeit so viele Kul­turen integriert und sie in ihrer positiven Sub­stanz und Leistungskraft aufgesaugt wie die Ver­einigten Staaten. Man braucht nur in die großen Städte zu reisen, um das Abenteuer der Kulturen zu erleben. Die klassischen Stichwörter für den Besucher lauten: Chinatown, Japan- oder Korea­center, Little Italy oder Bombay, Calle Ocho.
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06.09.2018

Dima Wannous

In „Dunkle Wolken über Damaskus“ schildert Dima Wannous Diktaturgeschädigte in allen Schattierungen der Anpassung. Sie beschreibt die Spielarten des vorauseilenden Gehorsams von Schranzen in einer paranoiden Günstlingswirtschaft.
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06.09.2018

Jaafar Abdul Karim

Der Autor porträtiert Frauen, die sich ihrer Fesseln entledigen und die Werkzeuge der Befreiung in Facebook Gemeinschaften austauschen. Er beschreibt Emanzipationsschübe und Diskursverschiebungen als Migrationsfolge.
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06.09.2018

Nana Ekvtimishvili

Ekvtimishvilis Sprache entbindet jenes Grauen, das wir mit geschlossenen Anstalten assoziieren. Sie erzählt von körperlicher Gewalt und geistiger Armut. Sie beschreibt eine Normalität der Abweichung. Ein amerikanisches Ehepaar auf Adoptivschau verguckt sich in Irakli. Lela besorgt ihm eine Englischlehrerin für das Gröbste des Neustarts.
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06.09.2018

Eva Menasse

Die Schriftstellerin zeigte sich alarmiert. Sie beklagte den Verlust der gesellschaftlichen Mitte auch als eine Zersetzung bürgerlicher Bollwerke zum Schutz des Rechtsstaats. Die Verfassung würde von einer manischen, im Netz zu totalitärer Größe global hochgefahrenen Empörung geschliffen.
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03.09.2018

#wirsindmehr #unteilbar #metwo - Ronya Othmann, Andrea Röpke, Felix Huesmann

In Chemnitz begehen Nazis in aller Öffentlichkeit Straftaten. In die Sprache der Medien und Politik mischt sich rechte Rhetorik. Was tun gegen die Radikalisierung? Nachdem in der Nacht zum vergangenen Sonntag ein Mann im Umfeld eines Volksfestes getötet wurde, kam es zu einer schnellen Reaktion der lokalen rechtsextremen Szene.
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01.09.2018

#metwo goes #metoo

Er sagt Negerlümmel, Countrynigger, Multikultigeheckselter - Aber ein Rassist will er nicht sein. In seinen eigenen Worten: "ein rassist bin ich nicht. ich lasse mir das auch nicht unterschieben. rassistische empfindungen sind mir wesensfremd. daß sich in unserer sprache rassismen eingeschlichen haben, weiß ich sehr wohl, und ich gehe damit um.
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01.09.2018

Aladin El-Mafaalani - Friedlicher Streit

Die offene Gesellschaft ermöglicht Austausch, Kooperation und Streit. Ihre Gegner sind im Konservatismus vereint. Sie kultivieren Ausschluss- und Verweigerung. Sie verschanzen sich hinter Barrieren der Exklusivität und schüren die Angst vor Überfremdung. Ihre Kultur gründet in der Angst. Die Angst haben Salafisten und Rechtsradikale gemeinsam.
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01.09.2018

Silke Borghøft

Diskutiert, hinterfragt Politik, verachtet und bekämpft Menschen, die sich nicht in Gesellschaften einfügen. Aber hört verdammt noch mal auf, zu pauschalisieren oder "Ausländer" für Euren Scheiß verantwortlich zu machen. Ein Hoch auf die Diversität, ein Hoch auf das "Miteinander", ein Hoch auf "Solidarität".
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31.08.2018

Vorfreude

„Die Verbesserung der Teilhabechancen führt nicht zu mehr Konsens in der Gesellschaft, sondern zu Neuaushandlungen“, sagt Aladin El-Mafaalani in seinem Buch „Das Integrationsparadox – Warum gelungene Integration zu mehr Konflikten führt“. Darüber wollen wir reden und es soll uns ein Fest sein.
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31.08.2018

Arash Marandi

Marandi modernisiert Wondratschek. Seine Interpretation beweist die Überlebensfähigkeit einer Poesie, der in Spektren zwischen viriler Pose und Posse so wie zwischen Macho Kitsch und Schwust viel vorgehalten wurde. Im Publikum sitzen Frauen, die sich sichtbar gefeiert fühlen von der Carmen hochfahrenden Minne und den Kapriolen des Überhöhungseifers.
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30.08.2018

Ronald M. Schernikau

Der Abschnitt „schwulsein. ne anmerkung“ gibt als eine von mehreren essayistischen Einlagen in „legende“ Aufschluss über das Politikverständnis Schernikaus und ist vor dem Hintergrund aktueller Debatten über Identitätspolitik mit Gewinn zu lesen, als Mahnung, Identitätspolitik und Klassenfrage zusammenzudenken.
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29.08.2018

#metwo

offene scheren verletzen – das ist altes wissen/ rassist legte sie ins fenster um zigeuner abzuschrecken./ eine globalisierung unserer einkommen ist schmerzhaft./ globalisierung der moralvorstellungen ist schmerzhafter.
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29.08.2018

Carim Soliman

Erfolg durch Leistung, Respekt durch Erfolg, Akzeptanz durch Respekt. Das ist das deutsche Versprechen an uns, Migranten und ihre Kinder. Der 22-Jährige Özil verkörperte dieses Versprechen 2010 so perfekt, dass man ihn mit einem Bambi auszeichnete. Rückblickend wirkt das naiv, fast schon goldig. Wir leben in zynischeren Zeiten.
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29.08.2018

Alexa Hennig von Lange - Feminismus in der zweiten Lebenshälfte

Die Mobilmachung für den Geschlechterkampf begann im Kindergarten. Im Jahr der Kampfsterne war sie zwölf und von einer feministischen Mutter aktivistisch eingenordet. So geht dann auch Constanze, genannt Cotsch, in das Rennen um ein selbstbestimmtes Dasein auf einem Plafond schieren Empowerments.
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28.08.2018

José F.A. Oliver

Fremdheit ist eine Schattenbegleitung, ein Vertrautes. Vorsorglich, nachsorgend. Ich nahm mich zurück. Die Toiletten waren schnell vergessen. Die Arbeiterhände bald im Handgepäck verstaut.
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28.08.2018

#metwo - Royna Othmann

Ich wohne seit vier Jahren in Sachsen. Meine Brüder kamen mich kein einziges Mal besuchen, weil sie Angst haben, auf dem Weg vom Bahnhof zu mir nach Hause von Nazis verprügelt zu werden.
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28.08.2018

Karosh Taha - #metwo

Metwo ist ein Weg, Erfahrungen sichtbar zu machen, die sonst in den Medien nicht besprochen werden. Aber auf diesem Weg lauern eben die Ottos, die einen vom Wesentlichen ablenken und deswegen weigere ich mich, meine Diskriminierungserfahrungen den Ottos mitzuteilen, weil sie mich nicht weiterbringen.
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28.08.2018

#metwo

Nur ein paar Zeilen Hass und Menschenverachtung, wie sie täglich verbreitet werden von Leuten, die man sehr wohl identifizieren kann. Ich erinnere noch einmal an Hasnain Kazims Hassmail-Anthologie "Post von Karlheinz". Rassistische Leserbriefschreiber weisen sich mit ihren Titeln aus und geben ihre Telefonnummern an.
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28.08.2018

Dotschy Reinhardt

#unteilbar - Für eine offene und freie Gesellschaft – Solidarität statt Ausgrenzung! Es findet eine dramatische politische Verschiebung statt: Rassismus und Menschenverachtung werden gesellschaftsfähig. Was gestern noch undenkbar war und als unsagbar galt, ist kurz darauf Realität. Humanität und Menschenrechte, Religionsfreiheit und Rechtsstaat werden offen angegriffen. Es ist ein Angriff, der uns allen gilt.
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27.08.2018

Lea Sauer

Wir machen Pause beim Turm, wir steigen nicht hoch, wir setzen uns auf eine Bank, schauen auf die Wellen, die im Wind aufgeworfen werden. Wir schauen uns nicht an. Ich sitze mit übereinandergeschlagenen Beinen auf der Bank. Sobald ich es merke, setze ich beide Füße nebeneinander auf den Boden.
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27.08.2018

Alexandru Bulucz - Aus sein auf uns

Bulucz' Poesie steckt Büchners Fatalismus der Geschichte in den Zeilen. Ich spreche über eine Fleißarbeit. Der Dichter sammelt seinem Pessimismus Gründe, bis jener selbstverständlich (fast schon vorauseilend) “den Trug der Anziehung” erkennt. Die lyrischen Avatare (darunter eine turkmenische “Wolke gepeitschen Staubs”) steigen Beobachtungen hinterher, wie sie Käfer in den “Mulmhöhlen der Rotbuchen” machen.
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27.08.2018

Alexandru Bulucz im Mainlabor

Sich zu diesem cioranesken Wahnsinn zu bekennen, heißt vielleicht, die Muttersprache abzulegen wie eine Staatsbürgerschaft, um sich, wie in meinem Fall, in der Stiefvatersprache entsprechend bewegen zu können. Wobei ich nicht glaube, dass eine solche Entsprechung bei einem Migranten dazu führen kann, Deutsch irgendwann als etwas Selbstverständliches zu betrachten – wie es die meisten Muttersprachler tun.
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27.08.2018

Auch der Pitch Marginalisator sagt an, warum wir #metwo brauchen.

#metwo - Sich als N****, Kaffeebohne, Schoggikopf, Schmutzfink bezeichnen lassen zu müssen. Sogar Spitznamen wie „Buschi“ (aus dem Busch kommend) oder „Kongo“, mit denen ich dann auf Dauer bezeichnet wurde. Und LehrerInnen/ErzieherInnen, die sich tatkräftig daran beteiligten.
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26.08.2018

Safiye Can - Aus dem Boden schießen Bäume

Sie steht „am Laufband Richtung Kasse“, während im Abspann der Assoziationen überall auf der Welt Menschen auf Laufbändern an ihrer Selbstoptimierung feilend scheitern. Sie scheitern schwitzend. Die Szene hallt vor Redundanz wie ein Kirchenschiff im Orgelsturm und eröffnet dem „Konservendosengefühl“ der Erzählerin einen weiten Raum.
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25.08.2018

Billy Childish - Kräutertee im Kesselhaus!

Childish lebt in Chatham, einer südenglischen Hafenstadt. Pocahontas, Häuptlingstochter aus der Ära der Pilgrim-Väter, liegt nah in Gravesend begraben. Childish hat ein Lied über sie geschrieben. Zaimoglu und ich wollen etwas daraus machen – aus diesem frühen transkontinentalen Hin und Her. Ohne Pocahontas hätten englische Kolonisten Amerika nicht überlebt, sie war naturkindlich der Stimme ihres Herzens erlegen ...
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25.08.2018

Anna Galkina - Postsowjetisches Romangold

Das Lager hat allerhand zu bieten, zum Beispiel eine Telefonzelle, „von der … man kostenlos ins Ausland telefonieren kann“. In der Absonderung gibt es Supermärkte, ein Arbeitsamt und viele Warteschlangen. Das erzählt Nastja, deren russisch-jüdische Familie nach dem Niedergang der UdSSR via Lettland die Route der Kontingentflüchtlinge nach Deutschland genommen hat. In diversen Separationen ist erst einmal alles wie gehabt. Es gibt Antisemitismus, Spottlust, Schadenfreude und die Angst vor dem KGB ...
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25.08.2018

Eckart Britsch über Witold Gombrowicz

Witold Gombrowicz ist ein polnischer Schriftsteller, der aber den größten Teil seines Lebens im Ausland (Exil) verbracht hat. Vor achtzig Jahren - 1938 - erschien sein berühmtester Roman "Ferdydurke". Es ist eine wunderbare, vielschichtige, clowneske Sprache und begründet den neuen Ansatz von Gombrowicz - von der Form zur Unform. Alle stehen auf einer Ebene, Autor, fiktionaler Erzähler, Romangestalten und der Leser.
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25.08.2018

Die Kinder meines Vaters

Cornelia Becker wurde im Dezember 1957 in einem Dorf bei Paderborn geboren. Drei Generationen in einem Haus. Katholisch. Mit siebzehn Jahren die Familie verlassen. Trotzdem das Abitur geschafft. Studierte u.a. Germanistik, Spanisch, Pädagogik. Fünf Jahre in Südspanien gelebt. Den Katholizismus von seiner sinnlichen Seite erlebt.
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25.08.2018

Aus Nachbarn werden Ausländer

Positionen, die im ausgehenden 20. Jahrhundert die Migrationsdebatte in Deutschland progressiv bestimmten, wurden in den letzten Jahren kassiert. Die Gleichsetzung von Ethnien mit einer Religion liefert dafür ein Beispiel. Das Ressentiment schließt viele Alternativen aus - die Deutungsmonopole der Dominanzgesellschaft verdichten sich in negativen Auslegungen. Eine abwehrende Fremdwahrnehmung ignoriert die Register der Differenz und die Chancen kultureller Vielfalt. Rassismus taucht aber auch an Stellen auf, wo er stets ausgeschlossen schien.
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23.08.2018

Hilal Sezgin - Warum wir #metwo brauchen

Doch wenn mir einer ins Gesicht schlägt, bin ich Opfer dieses Schlagens. Wenn mich einer beleidigt, Opfer seiner Worte. Das nicht ernst zu nehmen und nicht darüber zu reden wäre nicht tapfer und nicht stark, sondern idiotisch.Die Philosophin Mary Midgley schreibt in ihren Memoiren, dass es uns Menschen leider nicht gelinge, das Pendel, wenn es nach extremem Ausschlag in die eine Richtung in die andere unterwegs sei, auf halbem Weg zu stoppen, bevor es ins gegenteilige Extrem umschlägt.
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20.08.2018

Hasnain Kazim – Post von Karlheinz

Rechtsextremismus ist Regression – eine infantile Reaktion auf Vielfalt. Das beweist der Satzbau deutscher und türkischer Karlheinzis. Mit Nachdruck reagieren sie auf den semantischen Rückstoß. Ein hohes Aufkommen von Ausrufezeichen zeigt sie an. Ihre Rechtschreibung ist eskapistisch.
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20.08.2018

Lena Gorelik

Meine Großmutter stöhnte und küsste die Dinge, die an Familie und Freunde verschenkt wurden, mein Vater dauergereizt, nein, das können wir nicht mitnehmen, nein, das auch nicht, ich sage das nicht noch einmal. Neun Gepäckstücke, die mein Vater dauernd durchzählte, eins, zwei, drei, vier, fünf, wie zwanghaft, neun Gepäckstücke und ein zweites Leben, wir stiegen in den Nachtzug ein, den nach Berlin.
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20.08.2018

Max Czollek - Desintegriert euch!

Max Czollek, geboren 1987 in Berlin, versteht sich und seine Freund*innen als „Teil dieses Landes, auch wenn wir uns mit dem neuen deutschen Nationalstolz nicht identifizieren … wir sind Teil dieses Landes, das jenseits allen Leitkultur- und Integrationsgelabers existiert. Was bedeutet, dass wir die Rolle nicht annehmen, die uns bei der Inszenierung der deutschen Normalität zugedacht wurde“.
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19.08.2018

Tugsal Mogul - Das Summen der Montagswürmer

Meral erklärt diese Operationen zu Folgen seelischer Belastungen. Die Patientinnen kriegen die Forderungen ihrer Familien mit den deutschen Erwartungen und dem Potpourrie ihrer Wünsche nicht unter ein Tuch. Sie möchten weder da noch dort aus dem Rahmen fallen und erleben die Unmöglichkeit einer gradlinigen Anpassung als persönliches Versagen.
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16.08.2018

Christiane Mudra - #NSU

Da hieß es „Negerfahrzeug“ in einem Polizeivermerk. Da wurde bekannt, dass sich Polizeibeamte im Ku-Klux-Klan organisiert hatten. Da logen dreist grinsende Neonazis, dass sich die Balken bogen und verhöhnten den Prozess. Da war der Verfassungsschützer, der sich zur Tatzeit am Kasseler NSU-Tatort befunden hatte und bei dem man später Waffen und rechtsextreme Schriften fand.
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15.08.2018

Alida Bremer #metwo

Die Menschen haben die Neigung, sich im "Eigenen" wohl zu fühlen und das "Fremde" abzulehnen und zu verspotten. Diese Neigung ist universeller als alle andere menschlichen Eigenschaften, fürchte ich. Dabei bilden alle unsere Biographien unvorhersehbare Mäander und niemand weiß, wohin ihn seine persönliche Lebensweise führt, nicht einmal jene, die stolz darauf sind, ihr eigenes deutsches Dorf nie verlassen zu haben ...
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15.08.2018

Silvia Szymanski im Morgenland

Zaimoglu begrüßte mich brüderlich, eine Szene, die sich bis zu zehn Mal an jedem Messetag wiederholte. Er wollte den Verlag wechseln. Das bedeutete Allianzen mit alten Gegnern und neue Feinde. Ich greife vor. Noch war ein Doppelauftritt mit Stuckrad-Barre undenkbar. Zaimoglus Rotbuch-Verlegerin vereinnahmte „ihren Autor“. Gremliza griff nach Zaimoglu, die Rotbuch-Konkret-Connection stand wie für die Ewigkeit und einen Schnappschuss bereit ...
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15.08.2018

Deshalb ist #metwo notwendig

es wird immer enger/ im zusammenverrückt/ wachsen deutsche ängste/ einschläge werden häufiger/ negerlümmel kommen näher
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14.08.2018

#metwo - Dotschy Reinhardt

LAUT DEM GLEICHSTELLUNGSGESETZ BEGINNT DISKRIMINIERUNG BEI BENACHTEILIGUNG ODER UNGLEICHBEHANDLUNG VON PERSONEN. FÜR MICH BEGINNT DIE DISKRIMINIERUNG SCHON IM VORFELD.
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12.08.2018

Feridun Zaimoglu erkannte in Arno Schmidt einen frühen Kanak Sprakler

Die Kritiker zweifelten an dem Schriftsteller Schmidt: „Ist das Werk ein Kunstwerk? Wenn es das ist, mögen die zahllosen Kalauer, Bierwitze, Zoten, abnormen Sexualphantasien, Fäkalismen und der Gossenjargon hingehen. Den wahren Künstler hat man noch nie am guten Geschmack erkannt. Wenn Schmidts Buch kein Kunstwerk ist, hilft ihm auch seine gute Tendenz nichts.“
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12.08.2018

Safeta Obhodjas

Meryams Familie ist aus dem Libanon nach Deutschland gekommen. Die Ich-Erzählerin bezeichnet sich selbst als „ungehorsame Tochter“. So verkleidet sie ein ungeliebtes Kind. Die Mutter herrscht nach den Maßstäben ihrer Ursprungsgesellschaft. Sie hält fest an dem Entschluss, Meryam mit einem hochkarätigen Ghettogangster zu verheiraten. Die Tochter entweicht dem elternhäuslichen Druck in die freundlichen Verhältnisse ihrer Freundin Anne.
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11.08.2018

Cornelia Becker

Das Lager wirkte leer, verlassen. Du bleibst im Auto! befahl er dem Jungen, als er ausstieg. Ein heißer Kessel, die Luft bewegte sich nicht. Ein alter Spanier schob gerade das Metallgatter zurück, das geöffnet worden war, um die Busse hinaus zu lassen. Er trug eine Jacke mit der Aufschrift Seguridad. Hielt das Gatter nur noch einen Spalt geöffnet. Wahrscheinlich war er nicht daran interessiert Curbelo herein zu lassen, durfte ihm jedoch auch nicht den Zutritt verwehren.
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10.08.2018

Milijana Isijanovic/Volha Hapeyeva

The text investigates the issue of co-work of Milijana Isijanovic (sculptor from Montenegro) and Volha Hapeyeva (poet from Belarus) as well as intervention / incorporation of a verbal aspect into the visuality of an art-installation. The author traces the link between corporeality, language and contemporary forms of art using the example of implementation of a certain exhibition project «I Do Not Know Her» which was realized in the frameworks of the «Feministic Art Critique» project.
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10.08.2018

Maryna Markova/Jamal Tuschick

Ich war müde an diesem Nachmittag im Tiergarten. Wir hatten uns da verabredet, wo das Brandenburger Tor seinen Schatten auf einen Eingang wirft. Da verfehlten wir uns und als wir uns eine halbe Stunde später zusammentelefoniert hatten, war die Angst mit von der Partie, der Zauber könnte gelitten haben und wir wären nun außerhalb der Gnade.
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09.08.2018

Volya Hapeyeva - Drei Gedichte

du legst mich irgendwo weit weg in den schrank/ unter andere gut genutzte bücher/ damit ich meinen wahren platz erkenne/ mich hier nicht als prinzessin aufspiele/ ich öffne die augen und seh/ es wird eng für mich ...
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09.08.2018

Robin Coste Lewis

„Wie erscheint der schwarze Körper in der Kunstgeschichte?“, fragt Lewis. In der wissenschaftlichen Archivierung der Artefakte setzten sich politisch korrekte, Zähringer sagte „postmodern sterile“ Titel durch. Lewis hat die ursprünglichen, unbefangen rassistischen Bildunterschriften wieder freigelegt. Sie weist den Skandal des Rassismus in der Sprache nach. Die Übersetzerin konnte der Dichterin nicht bis zu jedem Zenit einer Erniedrigung folgen, sie erlebte die Aggression in den authentischen Unterzeilen oder Überschriften als körperlichen Angriff.
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07.08.2018

Safiye Can zu #metwo

Es geht aber auch ohne Worte: Auf dem Weg zu meiner Lesung auf der Frankfurter Buchmesse kommt mir am Frankfurter Hauptbahnhof ein übergewichtiger, großgewachsener Neonazi entgegen und rammt mich mit voller Wucht an der rechten Schulter. Im selben Jahr zuvor die musikalische Version: ich sitze nach meiner Lesung zur Leipziger Buchmesse nachts in der letzten Straßenbahn Richtung Hotel. Drei Neonazis sehen mich, stehen auf und singen lauthals ein Lied über Deutschland, Blut und Judenpack.
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07.08.2018

Shimeta Ietmgeta Attilaprofeti kommt nach Europa

Eines Tages öffnen sich Türen und Tore und die Sonnenfaust der Freiheit trifft Attilaprofeti gemeinsam mit den Hieben der Soldaten, die das Konzentrationslager räumen. Die auf die Straße Geprügelten sind „unrein wie Schweine“. Sie verdienen nur „Schläge und Verachtung“. Erst Jahre später begreift Attilaprofeti den Grund seiner Entlassung.
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04.08.2018

Safia Monney - Männerangst

"Harte Zeiten für echte Kerle" heißt Safia Monneys aktueller Titel. Sie schreibt: Ob nun der Mann vor lauter Verunsicherung abtaucht, bevor es mit einer Frau ernst wird, oder ob die Frau ihn nicht sexy findet, weil es ihm an Selbstvertrauen fehlt: Es wird als Frau schwierig einen Partner zu finden. Das kann ich nicht nur aus eigener Erfahrung bestätigen. Ich beobachte das auch bei vielen Freundinnen. Natürlich trifft das nicht auf alle Männer zu - zum Glück gibt es noch selbstsichere und echt coole Kerle. Aber die werden eben immer seltener.
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04.08.2018

Damir Imamović auf dem Queer*East Festival am Wannsee

Traute Bührmann widersprach: „Wir brauchen keine Männer in der Frauenbewegung, wir brauchen die Solidarität der heterosexuellen Frauen.“ Bührmanns Fazit folgten Steigerungen. Den Steigerungen folgten Lesungen am Ufer des Wannsees. Die einen badeten noch, während andere schon im Kurpark Modus zueinander fanden.
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04.08.2018

#metwo

Ich habe lange überlegt, ob ich etwas dazu schreibe. Die Idee gefällt mir ausgesprochen gut, daher freue ich mich sehr, dass es diese Aktion gibt und dass der Alltagsrassismus, den viele Menschen leider erdulden müssen, sichtbar gemacht wird. Ganz sicher wurde ich in meinem Leben oft genug diskriminiert - trotzdem möchte ich keine Geschichte beisteuern. Das hat Gründe. Ich werde selten als PoC wahrgenommen, das geht sogar so weit, dass ich es selbst nicht mehr tue.
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03.08.2018

Feridun Zaimoglu macht aus Siegfried einen Byzantiner

Um das Jahr 1200 fixierten Passauer Kleriker auf Mittelhochdeutsch eine Überlieferung, deren Gegenstände siebenhundert Jahre lang mündlich tradiert worden waren – das „Nibelungenlied“. Ich legte Zaimoglu die Behauptung nah, eine Nation, von der so viel Unheil ausging, habe die falschen Bücher im Regal. Das konnte Deutschland nicht auf sich sitzen lassen.
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03.08.2018

Mit beiden Händen - Teil II.

Vor fünfundzwanzig Jahren gründete meine Mutter mit ihren Genossinnen den Verein Viva-Femina als Zuflucht für Mädchen und Frauen, die aus der Hölle der häuslichen Gewalt zu entkommen versuchten. Vor fünf Jahren bekam meine Mutter eine Stelle im Ministerium für Familie und Soziales, doch der Verein blieb ihr Lebenswerk, das sie nicht aufgeben wollte. Sie überredete mich, in ihre Fußstapfen zu treten, hielt sich im Hintergrund und beschränkte sich auf die Rolle einer Beraterin.
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03.08.2018

Neues vom Queer*East Festival

Um das Verhältnis von Aktivismus und Literatur ging es ab 14.30 h im Konferenzraum des Literarischen Colloquiums Berlin. An der Diskussion teil nahmen u.a. Zsófia Bán (Ungarn), Ebru Nihan Celkan (Türkei), Jacek Dehnel (Polen), Marie Feryna (Tschechien), David Gabunia (Georgien), Uladzislaŭ Ivanoŭ (Weissrussland) und Karol Radziszewski (Polen) und Johannes Kram (Deutschland). Gabunia erklärte, das queere Autor*innen bis vor Kurzem in Georgien überhaupt nicht publiziert wurden. Allein der Aktivismus habe die Verhältnisse in dem „homophoben Land“ aufgebrochen.
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02.08.2018

Queere Wannsee Konferenz

„Im Istanbul der 1940er Jahre trugen schwule Männer rote Nelken im Knopfloch, und wer sich noch mehr traute, entschied sich für rote Socken.“ Bei der Kontaktaufnahme zupfte man am Hosenbein, bis die Socken ihren Signalcharakter entfalten konnten. Schwule lebten wie Agenten mit Legenden. Sie chiffrierten und kodierten ihr Leben. Sie übernahmen die Geheimsprache der Roma. Im Gegenzug ging ihr Jargon in die türkische Prosa und Lyrik ein. Es entstand eine queere Geheimliteratur, deren größter Wert, so Mungan, darin besteht, dass sie Dinge benennt, die „patriarchalische Machthaber“ totschweigen lassen wollen.
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01.08.2018

Araber in Westfalen

Die aus Paderborn in Ostwestfalen gebürtige Cornelia Becker nimmt mit der Geschichte von den exotischen Pferden, die ihre Heldin unter katholischen Bauern und Kleinbürgern auf den Geschmack eines anderen Lebens bringen, die Leserin ein. Die Sogwirkung wird zum magischen Erlebnis. Faszinierend finde ich, wie Becker auf Nebenschauplätzen des Romangeschehens den Prospekt einer Emanzipation ohne Prunk strahlend entstehen lässt.
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31.07.2018

Safia Monney - Neue Blattlinie

Am Ende einer Strecke männlicher Vorherrschaft entsteht noch ein kleiner Mythenkranz. Die Frage, was der Mann einmal war, wird auf einem Nebengleis zum Gegenstand einer Erzählung, die nicht wahrer ist als die klassische Perspektive auf die griechische Antike – siehe Goethes Blick auf Keramik und Steinmetzarbeiten im Licht der Odyssee.
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29.07.2018

Good Night Stories for Rebel Girls

Liebe Freunde, am 9. Oktober 2012 haben die Taliban auf mich geschossen und meine linke Stirn getroffen. Auch auf meine Freunde haben sie geschossen. Sie haben gedacht, dass die Kugeln uns zum Schweigen bringen würden, aber sie sind gescheitert. Denn aus der Stille kamen tausend Stimmen. Die Terroristen dachten, sie könnten meine Ziele verändern und meinen Ehrgeiz stoppen. Aber in meinem Leben hat sich nichts verändert mit einer Ausnahme: Schwäche, Angst und Hoffnungslosigkeit sind verschwunden, Stärke, Kraft und Mut sind geboren.
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29.07.2018

Cornelia Becker - Worauf warten wir? - III. Teil

Er wandte sich an Curbelo und erzählte, dass man vor wenigen Monaten Afrikaner auf einer Finca entdeckt hat. Sie lebten in Hütten, so was bieten wir unseren Hunden nicht an, und mussten von morgens bis abends ohne Bezahlung schuften.
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29.07.2018

Assaf Gavron – Recherche im Taxi

Der künftige Staat Israel gewinnt seine Konturen in der Erkenntnis, dass Juden nirgendwo auf der Welt sicher sind. Sie brauchen einen eigenen Staat. Im Gründungsfuror fliegen die Fetzen. Freischärler ergreifen Soldaten und revanchieren sich im Auge-um-Auge-Modus für Demütigungen.
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28.07.2018

Ethnische Säuberungen

Meine erste Heimat ist Bosnien und Herzegowina. Ich habe dieses Land nicht freiwillig verlassen, ich wurde 1992 in einer Welle der „ethnischen Säuberung“ wegen meiner islamischen Herkunft zusammen mit meiner Familie vertrieben.
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27.07.2018

Franz Dobler - Gegen die Hetzer

Ohne ein paar Institutionen wie Trikont wäre Bayern auf dem kulturellen Stand von Ende Mai 1945, habe ich vor einigen Monaten geschrieben. Ich dachte dann, ich hätte jetzt doch etwas übertrieben, aber inzwischen denke ich, dass ich es eher zu freundlich formuliert habe.
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27.07.2018

Iris Jiménez - Engagierte Zeitgenossenschaft

Religiösen Traditionalisten ist alles recht, was den Westen in die Schranken weist. Wie viele Trump-Wähler vernachlässigen ihre Entscheidungen persönliche Interessen. Hauptsache das Ressentiment wird bedient. Die Leute leben in ihren Vierteln in wenig permissiven Verhältnissen. Eine Kultur der nachbarschaftlich-familiären Überwachung zwingt alle zur Bigotterie.
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25.07.2018

Was das Bewusstsein verdrängt, kehrt in der Nacht zurück

Varnhagens Handschrift ist kaum zu entziffern. Hannah Arendt analysierte die mit sozialen Bedeutungen geladenen Schlafresultate als Sublimationen gesellschaftlicher Frustrationen. „Was das Bewusstsein verdrängt, kehrt in der Nacht zurück.“ Varnhagen strebte Assimilation vergeblich an. In den Träumen trat ihr Zorn auf: „Der Traum schreckt vor nichts zurück.“ Mit den gestalteten Träumen reagierte Varnhagen auf gesellschaftliche Gestaltungshemmnisse.
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24.07.2018

Mit beiden Händen

Die Drohungen des Onkels in gebrochenem Deutsch waren unverständlich, aber sein Ton konnte jedem Angst einjagen. Anne wiederholte mehrfach: „Verschwinden Sie, oder ich rufe die Polizei.“ Ich konnte nur die Bewegungen ihrer Beine sehen. Mein Bruder schob den Onkel beiseite und sprach Anne ruhig an. „Mädchen, keine Angst, wir haben mit dir nichts zu tun. Sag uns nur, wo wir Meryam finden können.“
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24.07.2018

Besorgte Bürger

Sie halten sich für Geknebelte und Verschaukelte und träumen von direkter Demokratie. Dass die Verfasser*innen des Grundgesetzes, bei den Einhegungen des Plebiszits, Leute ihres Schlages vor Augen hatten, wissen sie nicht. Als die alte Bundesrepublik in Gang kam, spielte der Umstand, dass Hitler legal an die Macht gekommen war und das Licht der Demokratie im Reichssaal einfach löschen konnte, eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung einer dem Demos gegenüber reservierten Demokratie.
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22.07.2018

Lokalhelden

A.J. Weigoni reizt die Chancen des Rhapsodischen aus, in der Manier eines Alleinunterhalters, der die Klangfülle eines Orchesters plus Geräuschkulisse und einen sich mit dem Taktstock am Rücken kratzenden Dirigenten parodierend hervorbringt.
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22.07.2018

Das Leben als Sporttasche

Der Nachwuchs von Dock 11 kam zum Einsatz. In einem gespenstischen Da zwischen toxischem Gelb (ein von Kunstnebel verstärkter stroboskopischer Effekt) und dem Orange der Warnschutzjacken drehten Kinder als Überlebende einer Katastrophe, die das Leben global aus den Gleisen springen ließ, die letzten Runden der Menschheit in schrecklicher Ausdauer. Sie tanzten die Postapokalypse nach Motiven von Cormac McCarthy ...
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22.07.2018

Cornelia Becker - Worauf warten wir? - II. Teil

Wir haben sie doch nicht eingeladen! Und Spanien? Lässt uns mal wieder allein mit dem Dilemma. Ist ja auch egal. Bei uns ist schon immer der Dreck von Europa angeschwemmt worden. Jetzt kommt die Ladung eben aus Afrika! In der Eingangshalle traf Curbelo auf zwei Männer vom Strand, die auch befragt worden waren.
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22.07.2018

A.J. Weigoni - VerDichtung

Die Funktion der 'Dichtung' überlasse ich den Sanitärinstallateuren. Für die Bezeichnung des lyrischen Ausdrucks nutze ich das Wort VerDichtung. Für mich bedeutet Lyrik Lebenszweck, ein Ausdruck persönlicher und geistiger Freiheit als beständige Rebellion. Poesie ist weder das Schöne noch das Gute, doch freilich sollte sie das Wahre sein: die hörbare Passion im Widerstreit der Gefühle, eine Organisation von lyrischen Stimmen mit allen denkbaren Ausdrucksmitteln.
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20.07.2018

Soziale Fiktionen im narrativen Fadenkreuz - Das Mainlabor gibt sein erstes Interview

Wir erwarten Befruchtungen von den sozialen, ethnischen und geografischen Rändern. Das Thema rührt an einer humanen Konstante. Der Mensch braucht Diversität. Ich glaube, er produziert sie automatisch. Deshalb erscheinen ethnisch differente Autor*innen auf eine besondere Weise attraktiv, solange sie das auch im biologischen Schema sind.
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20.07.2018

Meg Wolitzer - „Das Weibliche Prinzip“

Wolitzer schildert Faith als untergrabene Repräsentantin des weißen Mittelstandsfeminismus mit afroamerikanischem Chapter und einem in den Farben der Fürsorge gehaltenen Distinktionsportfolio. Die Veteranin ermutigt Greer zu Beiträgen für Frauen, die erst aus der Verunsicherung heraustreten müssen. In diesen Milieus ist Empowerment eine unverstärkte Angelegenheit.
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17.07.2018

Zama - Ein Film von Lucrecia Martel

Schließlich schließt sich Zama einer Miliz an, die den Piraten Vicuña Porto zur Strecke bringen soll und als trauriger Haufen durch den Busch wankt. Ein Schritt trennt manchmal nur wippenden Moorgrund von fester Scholle. Es ist gefährlich, sich in dem Lagunenmilieu des Misiones Occidentales herum zu treiben.
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16.07.2018

Cornelia Becker - Worauf warten wir?

Die Sonne brannte auf seinen Rücken. Curbelo wischte Salz und Sand von der Haut und warf sich ein Handtuch auf die Schultern. Neben ihm kniete Agustin und ließ sich sein Hemd überstreifen, ohne aufzusehen. Seit Stunden schon buddelte das Kind Löcher in den schwarzen Sand, senkte die Schaufel des Baggers hinein und kurbelte den Arm wieder hinauf.
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15.07.2018

Jannis Plastargias - Wir sind nicht alle gleich

Jannis Plastargias, geboren 1975 in Kehl am Rhein, lebt und arbeitet in Frankfurt am Main. Er ist Kulturaktivist, Autor, Blogger, Eventmanager und Sozialarbeiter. Im so genannten Brotberuf ist er in der Gemeinwesenarbeit tätig, seine Zielgruppe sind junge Menschen mit Migrations- oder Fluchthintergrund.
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14.07.2018

Karosh Taha als Sommergast im Literarischen Colloquium Berlin

Karosh Taha sagt: „Für eine Frau, die sich auslebt, gibt es auch im Deutschen keine positiven Begriffe.“
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13.07.2018

Es gibt keinen schwarzen Rassismus

Unterweger lässt daran keinen Zweifel: Weiße definieren Schwarze. Ihre Fantasien lasten sie realen Menschen an. „Es gibt keinen schwarzen Rassismus - weil Rassismus mit struktureller Macht zusammenhängt. Schwarze Personen haben keine strukturelle Macht gegenüber weißen Personen.“
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12.07.2018

Zwischen Foul und Freistoß

Es ging um soziale Mutationen, die noch keiner auf den Begriff bringen konnte, obwohl alle sie auf dem Schirm hatten. Vor der Soziologie kommt das Theater als ein Format der Annäherung an Verhältnisse, die noch nicht Wort für Wort kodifiziert sind. Sämtliche Erwartungen sollten unterlaufen werden in der „Liga der Verdammten“. Darauf musste man gespannt sein. Das konnte nur unheimlich gut werden. Und so war es dann auch.
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12.07.2018

Kein Reim ist auch fein

Eugene Ostashevsky, Jahrgang 1968, wurde in Leningrad geboren und in Brooklyn erwachsen. Er studierte Vergleichende Literaturwissenschaften an der Stanford University und unterrichtet heute Literatur an der New York University. In seiner Lyrik führen alliterative Gewinne wie in der Kombination von Eisen- und Einstein um drei phonetische Ecken zu Franken- und Wittgenstein und enden in Palestine. Ostashevsky setzt mit Roy Lichtenstein triumphierend nach. Da geht noch mehr. Zu denken ist an die Familie Feuerstein sowie an Betty und Barney Geröllheimer. Denn „kein Reim ist auch fein“.
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11.07.2018

Die Belladonna Mission

Die Übersetzerin Sophie Seita erscheint als Kollaborateurin. Sie ist vielmehr Autorin als irgendwas mit Co, ihre Interventionen schreiben das Kunstwerk fort. Sie spalten ab und fügen ein und überholen das Original auf Rennstrecken eines neuen Kontinents der Sprache. In einer Landschaft der Zukunft.
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10.07.2018

Die Vereinten Prärie-Nationen von Amerika

Susanna Whites Western gibt historischen Vorgängen mehr als einen neuen Look. Weldons Kunst in einen aktivistischen Rahmen zu setzen, entspricht zudem der Wahrheit. Weldon war mehr Aktivistin als Künstlerin. Sie verstärkte die National Indian Defense Association zu einer Zeit als Bürgerrechte für Nichtweiße selbstverständlich eingeschränkt galten.
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09.07.2018

We need to do more

We are inspired by feminists movements in Latin America and the US, who take the streets against the right-wing populists and the upcoming far-right, with an intersectional, radical inclusive feminism. A feminism, that understands sexism as discrimination, violence but also economic exploitation on the base of gender.
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08.07.2018

Kulturbrückensprengkommando

Aysel Özakin deutete Entwurzelung als universelles Daseinsmerkmal in Industriegesellschaften. Aras Ören, Kemal Kurt, Güney Dal nahmen der Migrantenliteratur ihre Randständigkeit.
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08.07.2018

Evolutionäre Konstante

Zaimoglu war für das Feuilleton und die Landsmannschaften noch immer ein türkischer Schriftsteller. Das Verhältnis von ethnischer Differenz und kultureller Übereinstimmung unterlag weiter stereotypen Behandlungen. Das Deutungsmonopol für eine migrantische Jugendrevolte im Spektrum zwischen semifiktivem Empowerment und literarisch begreifbarem Gesellschaftsphänomen konnte man leichten Herzens anderen überlassen. Es wäre unklug gewesen, auf ein Copyright zu bestehen. Das hätte jeden Vorreiter sofort zum alten Mann gemacht.
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07.07.2018

Das baltische Licht

Vater kam aus der panarabischen Euphorie des Gamal Abdel Nassers – eines Omar Sharifs unter Weltgestaltern. Er kam aus der Zukunft nach Deutschland. Er war im Aufwind und wurde in dem von den Amerikanern aus pittoresken Motiven nicht bombardierten Heidelberg stark abgebremst. Wie alle kultivierten Ägypter fesselte ihn eine Höflichkeit, die anderen Wesensmerkmalen keine Entfaltung gestattete.
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06.07.2018

Tarek Dzinaj

Tarek Dzinaj war Arzt und Autor. Er sprach von „Impfversagen“, um zu erklären, was er mit sich herumschleppte. Lustvoll beschwor er finstere Details. - Die Freude des Fachmanns am Einfallsreichtum der Krankheiten. Tarek zitierte den Kollegen Döblin in der Steinheimer Vorstadt.
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06.07.2018

Tobias Kammann - Achtsamkeit

Achtsamkeit wird als absichtsvolle, nicht-wertende Lenkung der Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment mit einer neugierigen und offenen Haltung definiert (Kabat-Zinn, 1994). In zahlreichen klinischen Studien, bei denen hohe methodische Standards angesetzt wurden, konnte die Wirksamkeit von Achtsamkeit als universale Ressource bei der Therapie mannigfaltiger psychischer Störungen eindrucksvoll nachgewiesen werden.
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05.07.2018

Das große Versprechen

Die Iranerin Golshifteh Farahani spielt eine poetisch hochgestimmte Überläuferin, die sich in jedem Augenblick ihrer Exklusivität bewusst ist. Ständig unterscheidet sie zwischen ihr und wir. Ihr, das sind israelische Juden, denen sich die Araberin zugewandt hat: mit der Erwartung, die Israelis seien anders im Sinne von besser als ihre eigenen Leute. Sie bewundert noch immer die israelische Standfestigkeit.
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03.07.2018

Heike Fröhlich - Meditation No. 3

Heike Fröhlich ist Lyrikerin. Geboren 1982 in Ludwigshafen am Rhein, zog sie 2002 für ihr Studium nach Jena. Sie machte Abstecher nach Reykjavík, Frankfurt am Main und Leipzig, die Lyrik immer mit dabei im großen Rucksack. Sie schreibt unter anderem für den feministischen Blog www.wepsert.de.
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03.07.2018

Pascal Richmann - Bogenhausener Gespräche

Am Morgen des 28. Oktober 1982 führt Premierministerin Margaret Thatcher ihren Kollegen Helmut Kohl, der seit vier Wochen Kanzler ist, durch den Tower of London. Als sie vor den Kronjuwelen stehenbleiben, diskutieren sie gerade über Desserts. Kohl schwärmt eine Weile von Dampfnudeln ...
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02.07.2018

Kara Kitap - Erster Versuch einer Bestandsaufnahme

Für Emine Sevgi Özdamar war Deutschland bloß Bühne ihres Theaterehrgeizes. Sie dehnte das Sujet der Entwurzelung als dem rentabelsten Sujet aller Einwanderungsgeschichten zu einem universellen Daseinsmerkmal in fortgeschrittenen Industriegesellschaften. 1976 wurde sie Assistentin von Benno Besson an der Berliner Volksbühne.
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02.07.2018

Jamal Tuschick - Ein Radiokonzert galt als Mahlzeit

Raus aus den Subkulturen, lautete die Losung. Lasst uns mit Kirchenvätern reden. Holt den Bundeskanzler. Schafft den Außenminister her. Bringt uns den Kopf von Alfredo Garcia. Wir sind die Goten, ihr wart Rom. Spitzenahnungslose mit Bundestagsmandat erklärten die spannungsreiche Koexistenz verschiedener Kulturen auf deutschem Boden für gescheitert.
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02.07.2018

A.J. Weigoni - Abgeschlossenes Sammelgebiet

In »Abgeschlossenes Sammelgebiet« blickt Andrascz Jaromir Weigoni (*1958 in Budapest) zurück auf den Zeitraum zwischen dem 9. November 1989 und dem 18. März 1990. Der Autor stellt fest: Es gehört zu den Paradoxien der Gesellschaftskritik, daß sie in spürbarer Retromanie jener vorglobalisierten BRD hinterhertrauert, die sich doch selbst mit derselben Betroffenheitsrhetorik 'soziale Kälte', 'Waldsterben' und 'kapitalistischen Wildwuchs' vorwarf.
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01.07.2018

Mirandolina Babunashvili - Dreizehn

Mirandolina Babunashvili, Jahrgang 1996, gewann 2016 den JULIP (Frankfurter Jugendliteraturpreis). 2018 ist sie erste Preisträgerin des Literaturforums Hessen-Thüringen und Gewinnerin des hr2-Literaturpreises mit der hier zu lesenden Kurzgeschichte "Dreizehn".
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27.06.2018

Manuel Gogos - Ein Sohn auf Spurensuche

Ein Sohn sucht seinen Vater und einen Mann, der im Spagat zwischen zwei Kulturen unbegreifbar wurde.
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26.06.2018

Nermina Kukic - Freund in der Fremde

Mesut Özil schoss bei der WM im Jahre 2010 das erste Tor eines Gastarbeiterkindes für die deutsche Fußballnationalmannschaft. ... Und ich stand in München im Restaurant „Reitschule“ und habe geweint und geweint und gejubelt und geweint. Und es war, als hätte ich dieses Tor geschossen.
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24.06.2018

Feridun Zaimoglu - Gesellschaftliche Galaxien

Samosir ist eine Insel in einem See auf Sumatra. Da führte man Feridun und mich zu einem Ort, der Trou d‘Enfer – Höllenschlund hieß. Wir trafen einen uralten Menschenfresser. Er sah aus wie die Hexe im Märchen. Sein zahnlos-freundliches Wesen ließ sich nicht ohne Rührung zur Kenntnis nehmen.
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23.06.2018

Female Refugees - Warten auf Go.dot

„Dein Bild vom Flüchtling wird vermutlich wenig mit der Realität zu tun haben“, heißt es am Anfang von „Female Refugees warten auf Go.dot“ - einem Stück von Ulrike Düregger & Compagnie im Berliner Acker Stadt Palast. Mit Gülcan Cerdik, Ulrike Düregger, Nadine da Cruz Oliveira.
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23.06.2018

Maryna Markova/Jamal Tuschick - Der russische Sprachmantel

Das Russische ist wie ein Haus, sagt Maryna. Die Malerin sieht überall Architektur. Ihre Bilder ergeben im Ganzen einen Raum, dessen Größe unbestimmt bleibt. Sie möchte die Fragilität ihrer Kunst zum Verschwinden bringen. Man soll eine Platte sehen, wo eine Leinwand ist.
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21.06.2018

Marie Golüke - Die meisten Männer sind Pussies

„Ich finde es super, eine Frau zu sein.“ Marie Golüke hat in München Theaterwissenschaften und in Hamburg Performance Studies studiert. Sie beginnt mit jedem Satz einen neuen Text. Sie denkt in Hauptsätzen, die wie Romananfänge funktionieren.
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20.06.2018

Anna Glazova - украл вину у виновного, провинился

ANNA GLAZOVA ist eine russischsprachige Lyrikerin, die seit zwanzig Jahren außerhalb von Russland lebt. Sie hat in den USA mit einer Dissertation über Paul Celans und Ossip Mandelstams Lyrik promoviert.
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20.06.2018

Manuel Gogos - Im Gespräch mit Identitären

Als wir dann ab Minute 13:18 in Schnellroda auf Götz Kubitschek treffen, eine Mentorenfigur der Identitären Bewegung, verklärt der neurechte Verleger den jungen Österreicher Sellner nachgerade zu einem „Rudi Dutschke von rechts“.
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17.06.2018

Manuel Gogos - Appropriationspotenz

Manuel Gogos erforschte die Identitären im Herzen Europas. Der Sohn eines griechischen Einwanderers befragte Chefgegner der Einwanderungsgesellschaften Österreich und Deutschland.
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17.06.2018

Feridun Zaimoglu - Erbarmen war ein wichtiges Wort

Die Lyrikabteilung von Kanak Attak erreichte Stadtmitte. Stadtmitte gab es nur einmal in Deutschland und zwar am Fuß des Prenzlauer Bergs. Zaimoglu erklärte Berlin-Mitte zum Aufmarschgebiet der Poesie.
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17.06.2018

Franz Dobler - Down On Bending Knees

Doblers Helden strotzen vor Musikalität, Eigensinn und Antifaschismus.
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16.06.2018

„Die neuen Nazis sehen leider gut aus.“

Tarik Tesfu wird als feministischer Apostel gefeiert. Er selbst nennt sich lediglich Gender Love Messias. Berühmt wurde er mit kurzen Botschaften, auf die seine Feinde im You Tube Universum überlang reagieren.
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16.06.2018

Thomas Meinecke hasst Horst Seehofer

Welche Stimme führe ich ein und welche Welt lasse ich zu? Wir sind nun wieder politisch. Die Zeit von „Sprache, was sonst“ und „Ich bin definitiv ins Heft umgezogen“ ist vorbei.
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15.06.2018

Olga Flor - Freiheit ist anstrengend

Die Schriftstellerin Olga Flor liefert der Arbeitsgruppe „Wie die Sprache nicht verlieren? Literarische Strategien gegen rechtes Denken und Sprechen“ den Input.
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15.06.2018

Ein schwarzer Körper im westlichen Kontext

Fiston Mwanza Mujila sagt: Ich war kein schwarzes Kind in der Welt meiner Eltern.
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15.06.2018

Ängst is now a Weltanschauung

Die Publizistin und Kulturmanagerin Jagoda Marinić fragt. „Was ist Deutsch in Deutschland? Was ist eine dysfunktionale Parallelgesellschaft? Welchen Wert besitzt grammatische Korrektheit?“
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14.06.2018

Mariam Dessaive - Der prototypische Mensch

Schwarz ist hässlich, weiß ist schön, weiß Mohr Monostatos. Er nähert sich trotzdem der Prinzessin Pamina: Bin ich nicht auch von Fleisch und Blut? Er geht unbeherrscht vor bei dem Versuch, seine Liebessehnsucht zu stillen: Er ist ein kolonialer Wilder, dem nicht zusteht, was für Prinz Tamino ein legitimes Begehren ist.
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14.06.2018

Meine Kindheit war gelb

Vielleicht war meine Nase zu lang für eine perfekte Anpassung. Meine Schuluniform unterschied sich von den Uniformen meiner Freundinnen in Applikationen der Liebe. Großmutter benähte die offiziellen Stücke mit Schutzfetischen. So begleitete mich ihre Obhut.
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13.06.2018

Dotschy Reinhardt - Ein Lied in einer anderen Sprache

Der Sindh ist eine pakistanische (vormals indische) Provinz. Dort vermutet man den Ursprung der seit sechshundert Jahren in Deutschland beheimateten Sinti, denen vor mehr als tausend Jahren das Schicksal der Diaspora zufiel.
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13.06.2018

Mariam Dessaive - Das Tuch

Mariam Dessaive, 1952 in London als Tochter eines indischen Vaters und einer deutschen Mutter zur Welt gekommen, Germanistik-Studium in Mainz, Veröffentlichungen in verschiedenen Zeitungen, diverse Brotberufe, vor allem in der Öffentlichkeitsarbeit. Panische Tagebuchschreiberin.
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10.06.2018

Feridun Zaimoglu - Die Route zu den Wurzeln

Zaimoglu und ich wussten, dass Rassismus nicht unbedingt auf der Kehrichtschaufel rechter Anschauung zum nächsten Misthaufen getragen wurde. Die Rote Armee Fraktion hatte 1976 auf dem Flughafen von Entebbe selektiert wie ihre „rechten“ Väter auf der Rampe von Auschwitz.
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10.06.2018

Dotschy Reinhardt - Seelischer Brand

Als Vorsitzende des Landesrates der Roma und Sinti - Romnokher Berlin-Brandenburg - wünscht sich Dotschy Reinhardt eine „Versachlichung und Deethnisierung des bisherigen Diskurses, eine konstruktive und differenzierte Auseinandersetzung mit Entscheidungsträger und mit der Gesellschaft.
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08.06.2018

Maryna Markova – Sakrale Anspielungen

„Uns geht es um die Methode. Sie dominiert die Narration”, erklärt Maryna. Ausgangspunkte ihrer jüngsten Arbeit sind Leitbilder aus dem kollektiven Gedächtnis. Maryna nennt sie „Gedächtnisikonen“.
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03.06.2018

Feridun Zaimoglu – Die Palazzoträume der Kanaille

Feridun Zaimoglu entdeckte im Trashvokabular der Deutschländerinnen eine subversive Lust, „etwas Byzantisch-Dekadentes“.
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02.06.2018

Neco Çelik – Theater muss wehtun

Der Regisseur Neco Çelik sagt: Seit Jahrtausenden leben wir in einer Völkerwanderung. Das wird nicht richtig begriffen. Für zwei, drei Generationen an einem Ort Behauste bilden sich ein, in unverrückbaren Einheiten zu existieren, obwohl ihnen jeden Tag im TV bewiesen wird, wie fragil das angeblich Beständige ist.
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02.06.2018

Afsane Ehsandar – Künstler in der Vitrine

Afsane Ehsandar, 1981 in Teheran geboren, lebt seit 2014 in Deutschland. Sie studierte Drama und Literatur an der Universität in Teheran, schreibt Theaterstücke und Hörspiele. Ihr Stück „Welches Jahr haben wir gerade?“ war 2017 eines der drei prämierten bei den Autorentheatertagen des Deutschen Theaters Berlin.
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02.06.2018

„Ich halte diese Scheißwelt nicht ohne Schreiben aus.“

Rabatten auf Massengräbern - Maria Milisavljević, Özlem Özgül Dündar, Afsane Ehsandar und Sandra Gugić in einem Vorraum der Literaturkonferenz zur Erosion des Demokratischen von Nazis & Goldmund im Berliner „Acud macht neu“.
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31.05.2018

Ein Gedicht von Anna Rheinsberg – Vergissmein 3

eine geschichte erzählen / und wiederkehren / in einer alten uniform / halt den atem an
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30.05.2018

Die Ikone Anna Rheinsberg – Im Schlund des Narrativen

Die noch nicht berühmte Nina Hagen wird von Anna Rheinsberg so aufgenommen: „Nur Farbe und Maul ... Randale und Speed ... sie spielt Gosse. Die Bräute aus dem Osten haben den Kapitalismus kapiert.“
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30.05.2018

Alida Bremer – Die alten Römer

Die alten Römer und wir: Mein Beitrag zu den Fragen der Herkunft. Alida Bremer verstärkt die MAIN LABORant*innen.
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29.05.2018

Vito Avantario – Gold gewinnt

„Pass auf,“ sage ich zum Personenschützer, „ich erzähle dir meine Goldkettengeschichte, dann erzählst du mir deine Reinigungskettengeschichte“. Dann gehe ich in Vorleistung.
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28.05.2018

Feridun Zaimoglu – Eine gescheiterte Einwanderungspolitik

Wirkt ein Beschleunigungselement auf die Trägheit der Verhältnisse, entsteht eine Aura. Wir wähnten uns am Vorabend einer Revolution. Zaimoglu war kült –Kult. Alle standen unter tazyik – Druck. Kavga – Kampf – war unsere Leidenschaft.
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27.05.2018

Feridun Zaimoglu - Kassiber der Zukunft

In der Hochzeit kanakischer Inszenierungen präsentierte Zaimoglu „die Riten und Makel“ einer ethnischen Subkultur in den öffentlich-rechtlichen Studios. Das Fernsehen ließ sich als Disko der Gesellschaft deuten, jeden Abend herrschte Saturday Night Fever.
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27.05.2018

Gisela Getty, Jutta Winkelmann – Der Geist von Achtundsechzig

Sie strebten eine Verbindung von Schönheit, Intelligenz und Reichtum an. Die Kasseler Zwillinge Gisela Getty und Jutta Winkelmann wollten alles sofort.
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26.05.2018

Feridun Zaimoglu – Feminismus mit Schmackes

Wir kauften ständig neue Anzüge. Wir waren schon schick, als die anderen noch schäbig in Erscheinung traten, weil sie glaubten, das müsse so sein bei einem Autor.
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25.05.2018

Feridun Zaimoglu – Bruder, du bist meine Stimme

Plötzlich keimte Interesse. Plötzlich hieß es: „Du kennst doch diesen schreibenden Türken. Wie heißt der noch mal?“
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24.05.2018

Adela Bravo Sauras - Es muss hier und jetzt passieren

Adela Bravo auf einem Berliner Friedhof.
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24.05.2018

Feridun Zaimoglu – Wie alles anfing

Feridun Zaimoglu und Jamal Tuschick im letzten Jahrtausend auf einer Buchmesse.
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24.05.2018

Ein Gedicht von Safiye Can

Ich wundere mich / wieso heute alle Menschen lächeln / sie lächeln in der Innenstadt ...
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23.05.2018

Die Lyrikerin und Übersetzerin Safiye Can

Der Offenbacher Poetikstar Safiye Can erscheint im MAIN LABOR
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23.05.2018

Der Boden der Tatsachen als Tanzboden der Möglichkeiten

„Wenn sie gut sind, dann sind Gedichte nicht zu verstehen“, sagt Malte Abraham.
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20.05.2018

Adela Bravo Sauras - Die Schönheit der Intelligenz

Auch die Architektin, Schauspielerin und Regisseurin Adela Bravo Sauras wird den MAIN LABOR-Blog mit ihrer visionären Klarheit bereichern.
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20.05.2018

Die Schriftstellerin Sandra Gugic

Die Schriftstellerin Sandra Gugić gehört zu den Expertinnen im MAIN LABOR
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19.05.2018

Der Psychologe Tobias Kammann

Auch der Psychologe Tobias Kammann nimmt am MAIN LABOR teil.
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19.05.2018

Ich traf Meena Kandasamy in Berlin

Ich traf Lady Militanz aka Meena Kandasamy in der Berliner Literaturwerkstatt.
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18.05.2018

Karosh Taha erzählt

Ich muss mich zwingen, Erinnerungen wachzurufen, die dunkel und leise sind, Erinnerungen an den Abschied von meinem Vater, der nach Deutschland ging.
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16.05.2018

Journalistin und Autorin Arta Ramadami

Arta Ramadani hat eine unmittelbar einleuchtende Art, sich mitzuteilen. Die Schriftstellerin und ZDF-Redakteurin kämpft ...
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14.05.2018

Karosh Taha

Fragt man Tante Khalida, dann fehlt den Deutschen die Weisheit Mesopotamiens. ..
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