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23.12.2019, Jamal Tuschick

Daniel Botmann, Geschäftsführer des Zentralrats der Juden, plädierte auf dem Gemeindetag 2019 für einen jüdisch-muslimischen Dialog, „der präventiv wirken soll“.

Das Präventionspotential der Poesie

Staatsministerin Annette Widmann-Mauz; der Präsident des Zentralrates der Juden Josef Schuster auf dem Gemeindetag 2019 in Berlin

Eröffnungsrede des Bundespräsidenten zum Jüdischen Gemeindetag des Zentralrates der Juden in Deutschland vom 19. Dezember 

Eingebetteter Medieninhalt 

„Wir haben keine Bringschuld.“

Das stellte Daniel Botmann in seiner Gemeindetagrede zuerst fest. Indem er das Offensichtliche wiederholte, exponierte er die Tragik. In den weltweiten Arenen des Alltags ist es eben nicht so, dass in einem paritätischen Wechselspiel der Aggression, Juden und Muslime einander zusetzen. Ausgangspunkt ziviler Feindseligkeit im öffentlichen Raum ist vielfach eine muslimische Aversion. Botmann zitierte Evergreens der Gemeinheit. Ich gebe sie nicht wieder.

Stonewall der Solidarität

Dass Deutschland solchen Bedrohungen Raum gibt, ist ein Missstand, dem mit radikaler Solidarität begegnet werden muss. Die Zivilgesellschaft ist einmal wieder dazu aufgerufen, über ihre Bequemlichkeit und die Neigung zu bloßen Lippenbekenntnissen im Engagement hinauszuwachsen.  

Wie gesagt, keine Bringschuld. Trotzdem reicht man den Muslimen die Hand zum Dialog, wie etwa im Rahmen des Projekts Schalom Aleikum, „ein hebräisch-arabisches Wortspiel“, so Botmann, das im Mainlabor zwischen den Jahren zum Gegenstand von Beiträgen werden wird.

Botmann begrüßte Pionier*innen des Dialogs. Die Rede war zumal von der Jüdisch-Muslimischen Seniorenschrift „Mutige Entdecker bleiben“.

Daniel Botman zu dem Dialogformat Schalom Aleikum: „Wir erheben den Anspruch, einen gesellschaftlichen Kompass für ein Schlüsselerlebnis der deutschen Gegenwart zu schaffen: den jüdisch-muslimischen Dialog.“