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Textland  setzt sich mit der dynamischen Entwicklung von Literatur und Sprache sowie Wissenschaft und Kunst in unseren pluralen Lebenswelten auseinander. Das Textland Literaturfest ist ein jährlich stattfindendes Festival. Weitere feste Formate sind die Textland LAB Schreibworkshops für Jugendliche und die Textland Autor:innen-Videos.


Textland hat sich seit 2018 als Veranstaltungsformat etabliert und wird als Bühne radikaler Vielfalt wahrgenommen. Auf ihr kommen literarische und journalistische Stimmen zu Wort, die unterschiedliche Narrative zu den wachsenden Herausforderungen einer pluralistischen Gesellschaft präsentieren.

In lebendigen Gesprächen und Diskussionen nehmen die Autor:innen Themen wie struktureller Rassismus, Diskriminierung und Stigmatisierung unter die Lupe und suchen nach Wegen, die langfristig in eine inklusive Form des Zusammenlebens münden können. Dies geschieht im Rahmen eines Prozesses, der neue Perspektiven auf Wirklichkeit eröffnet. Zentrales Anliegen von Textland ist hierbei, die besondere Leistung von Literatur und Theater als fiktionalen Reflexionsraum für die Aushandlungen des Politischen deutlich zu machen.

Das Textland-Team Ulla Bayerl, Barbara Englert, Leon Joskowitz und Sven Hassel mit den Moderator:innen von 2025. V.l.n.r. vorne: Aristotelis Agridopoulo, Ulla Bayerl, Miryam Schellbach. V.l.n.r. hinten: Aileen Schneider, Sven Hassel, Barbara Englert, Leon Joskowitz, Antigone Akgün, Valeria Hänsel. Foto: Alexander Paul Englert

Aus dem Grußwort zum „Textland Literaturfest 2025 – Über Grenzen“ von Dr. Susanne Völker (Kulturfonds Frankfurt RheinMain):

Auch meinerseits ein herzliches Willkommen. „Textland“ – das ist ein Ort für Texte, ebenso wie für KonTexte und Diskurse. Seit 2018 findet das Literatur-, Kunst- und Performancefestival jährlich statt und ein kurzer Rückblick auf die Themen der vergangenen Jahre eröffnet eine schlüssige Dramaturgie, die in das diesjährige Festival leitet:
2021: „Tanz um das goldene WIR“: Wer ist „WIR“? Wer sind WIR? Und wer meint eigentlich wen, wenn er oder sie von „WIR“ spricht? „Wir machen das.“ „Wir schaffen das.“ „Wir sollten mal...“ So ganz geklärt ist unser „WIR“ noch immer nicht.
2022: Der Titel „Die Macht der Literatur“ postuliert einen Anspruch, der noch zu leise ist. Komplexes ist ja doch immer leiser als Einfaches. Gut also, diesen Machtanspruch des Differenzierten zu erheben.
2023: Die Themensetzung „Utopie oder die Realität von morgen“ weiß, dass die Zukunft gut wird – nicht von selbst und nicht so einfach – aber sie weiß es, sonst wäre sie nicht die Realität von morgen. Das ist auf gewisse Weise beruhigend.
2024: Das Motto „Humor als Widerstand“ verbindet all das und denkt weiter: Kein Humor ohne WIR – ohne gemeinsames Verständnis von Kontext und Pointe. Kein Widerstand ohne Machtanspruch und kein Sinn im Widerstand ohne Utopie.
Und jetzt: „Über Grenzen“. Nicht „an Grenzen“, sondern „über Grenzen“. Und sie sind überall. Sie helfen zu strukturieren und zu ordnen. Auch sich abzugrenzen oder Probleme einzugrenzen.
Aber auch als physische, gesellschaftliche, politische, wirtschaftliche, persönliche, formale und emotionale Barrieren betreffen und beeinträchtigen sie uns alle – allerdings auf unterschiedliche Weise und in unterschiedlichem Maße. Und das Perfide dabei: Wer von einer Barriere nicht betroffen ist, sieht sie zumeist nicht oder nicht so gut. Das gilt für physische Barrieren – beispielweise mal eben zwei flache Stufen auf dem Weg, aber auch für alle anderen: Wer beispielsweise von einer bestimmten Form der Diskriminierung nicht betroffen ist, nimmt sie in der Regel weit weniger wahr – das gilt für Rassismus ebenso wie für Sexismus, Antisemitismus, Queer-Feindlichkeit, Ableismus u.s.w. Und gleiches gilt für innere Grenzen: Angst, Einsamkeit, Depression zum Beispiel. All diese Grenzen verlaufen oft wenig sichtbar für Nichtbetroffene und sind massive Mauern für diejenigen, die unter ihnen leiden. Allein ein Bewusstsein für diesen Umstand könnte wohl enorm dazu beitragen, Grenzen zu überwinden.
Das Textland Literaturfestival 2025 reflektiert und diskutiert diese Grenzen. Es geht darum, Dogmen zu hinterfragen, blinde Flecken zu identifizieren, Widersprüche auszuhalten, Durchlässigkeiten zu ermöglichen und so im Dialog zu bleiben. Ein bisschen wie in Habermas' „Diskursgesellschaft“, die in der verantwortlichen Demokratie wohl ihre nächstmögliche lebenswirkliche Entsprechung erfährt.
Die kommenden beiden Tage sind gefüllt mit einem vielschichtigen Programm und versierten Menschen zu all diesen Fragestellungen, die Themen erörtern, Perspektiven aufzeigen, Grenzen hinterfragen und Wege aufzeigen, sie zu überschreiten oder zu durchdringen. Ein ganz herzlicher Dank gilt deshalb allen am Festival Beteiligten. Allen, die es konzipieren und planen, organisieren und umsetzen, mit ihren Beiträgen wissenschaftlich, kreativ, fachlich und inhaltlich bereichern und allen, die zuhören, mitdiskutieren und reflektieren. Wir als Kulturfonds Frankfurt RheinMain fördern das Textland Festival aus den genannten, guten Gründen sehr gerne.
Ich wünsche Ihnen und uns allen ein inspirierendes Festival und dem Festival selbst zahlreiche produktive Grenzgänger.


 

Idee und Gesamtkonzept von Textland: Ulla Bayerl

 

Konzept Textland 2025: Ulla Bayerl, Barbara Englert, Leon Joskowitz, Sven Hassel

Konzept Textland 2024: Ulla Bayerl, Barbara Englert, Leon Joskowitz, Sven Hassel

Konzept Textland 2023: Ulla Bayerl, Leon Joskowitz, Riccarda GleichaufKuration: Alexandru Bulucz, Tanja Maljartschuk

Konzept Textland 2022: Ulla Bayerl, Leon Joskowitz, Riccarda Gleichauf

Konzept Textland 2021: Ulla Bayerl, Leon Joskowitz, Riccarda Gleichauf

Konzept Textland 2020: Ulla Bayerl, Max Czollek, Katja Herlemann, Leon Joskowitz

Konzept Textland 2019: Ulla Bayerl, Nassima Sahraoui, Riccarda Gleichauf, Leon Joskowitz, Jamal Tuschick

Konzept Textland 2018: Ulla Bayerl, Riccarda Gleichauf, Insa Wilke, Jamal Tuschick

Organisation und Koordination:  Ursula Benedict, Sven Hassel, Florian Koch

Fotografie: Alexander Paul Englert

Social Media: Fardowsa Bille, Annika Westphal

Publikationen Textland Reader: Riccarda Gleichauf

Regie KurzVideos 2018/2019/2020/2024: Nina Werth

Textland Cuts 2020: Nassima Sahraoui

Organisation in Hessen 2018: Adrienne Schneider

Foto: Alexander Paul Englert

Wir danken allen Förderern und Partnern für ihre Unterstützung!